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KAPITEL 26
DAS MASKULINE ALS MUSE

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Nicht nur die Herrenmode

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inspirierte Gabrielle Chanel, um einen
freieren Modestil für Frauen zu kreieren,

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auch die Männer in ihrem Leben
dienten ihr stets als wichtige

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Inspirationsquelle.

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Bei den Soldaten in den
Kasernen von Moulins,

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wo Gabrielle erstmals als
Schneiderin arbeitete,

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entdeckte sie die strengen Schnitte
der Uniformen für sich.

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Diese frühe Tätigkeit
machte sie selbstbewusst

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und bestärkte sie in ihrer Überzeugung,
dass eine Frau unabhängig sein müsse.

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Étienne Balsan,
ein leidenschaftlicher Reiter,

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zeigte ihr,
dass Komfort und Eleganz

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einander nicht
ausschließen müssen.

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Das Gefühl der Freiheit, das ihr das Tragen
von sportlicher Kleidung vermittelte,

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bestärkte sie darin, frei zu leben
und sich nicht zurückzunehmen.

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Boy Capel,
die große Liebe ihres Lebens,

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teilte sowohl ihre Liebe zu Poesie und Literatur
als auch ihr besonderes Faible für den Symbolismus.

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Er zeigte ihr, dass die Entschlossenheit
ihre größte Stärke war und

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der Instinkt ihr
wichtigster Wegweiser.

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José Maria Sert,
mit dem Mann ihrer Freundin Misia

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verband sie die Liebe zu Venedig:
die barocken Kirchen und der Lido-Strand,

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an dem sie sich in
weißen Strand-Pyjamas

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sonnte.

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Die Schönheit dieses Ortes
sollte stets ihre Zuflucht sein.

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Großfürst Dmitri Pawlowitsch
weckte ihr Interesse

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an bestickten Blusen
und Pelissen.

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Der im Exil lebende Aristokrat
erzählte ihr

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von längst vergangenen Düften
seiner Heimat,

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die Gabrielle dazu inspirierten,
ihr eigenes Parfum zu kreieren:

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kühn, revolutionär lebendig –
pure Lebensenergie.

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Der Herzog von Westminster,
seine Freunde nannten ihn Bendor,

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zeigte ihr
den britischen Stil

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und die unglaubliche Eleganz der
einfachen Freuden und des verborgenen Luxus,

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eine wunderbare Mischung aus
Raffinesse und Nonchalance.

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Igor Strawinsky, Pablo Picasso,
Djagilew, Jean Cocteau,

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Salvador Dalí und Pierre Reverdy:
Sie alle prägten Gabrielle Chanel

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auf ihre Weise, mit Augenblicken,
Gesten oder Details,

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die ihre Kreativität aufblühen ließ.

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Doch ihre wohl größte Inspiration
war ihre besondere Sicht auf die Dinge

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und ihre Freiheit, zu leben und den Ton anzugeben,
mit oder ohne männliche Begleitung.

