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Kapitel 14
DAS VOKABULAR DER MODE

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CHANEL steht für ein Vokabular,
ein Regelwerk, eine Disziplin.

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Eine Grammatik.

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Die Handtasche

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CHANEL lässt sich von der Männergarderobe
inspirieren, wie z. B. den Militärtaschen.

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Diese Umhängetaschen, die sie mit
Jersey und Ripsfutter umgestaltet,

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werden zu einem zentralen Element
ihrer Kollektionen.

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Im Februar 1955 versieht
Gabrielle Chanel die Tasche

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mit einem gesteppten Rautenmuster,
um mehr Tragekomfort zu erhalten,

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Sie ergänzt burgunderrotes Futter,
prägt darauf das Doppel-C-Logo

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und ersetzt den Schulterriemen
durch eine durchflochtene Kette,

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die durch zwei Ösen geführt wird.
Die 2.55 ist geboren.

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Das Kleine Schwarze

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Ein revolutionärer Stil,
der an die Tracht

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der Nonnen von Aubazine erinnert.

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Es schaffte die mit
Korsetts verbundenen Einschränkungen ab

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und kreiert eine neue Silhouette:
Den Pariser Stil.

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Karl Lagerfeld interpretiert es ständig neu:
aus Jersey, Krepp und Seide.

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Der Modeschmuck

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Das Strahlen Gabrielle Chanels.

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Lange Halsketten aus barocken
Edelsteinen, mit Cabochon-Kreuzen

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und Kristallverzierungen spiegeln
kostbare Augenblicke ihres Lebens wider.

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Der venezianische und byzantinische
Stil prägen es gleichermaßen wie

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das England des Duke of Westminster
und das Russland des Großfürsten Dmitri.

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Sie werten den Look
jedes Kleides auf –

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wie Buntglas aus dem Mittelalter
ein Kirchenschiff erhellt.

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Die Kamelie

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Eine Blume, abgeschaut von den
Coromandel-Paravents,

01:28.358 --> 01:30.773
mit der Hüte, Kleider
und Schuhe verziert werden.

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Mademoiselle machte sie zu
ihrem Symbol.

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Sie bevorzugt weiße Kamelien und
überträgt ihre perfekte Geometrie

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auf ein Kleines Schwarzes,
sodass eine Art Lichtkreis entsteht.

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Die Kamelie, die entweder aus Baumwolle,
Leder oder Seide gefertigt,

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bestickt, bedruckt oder gestrickt wird,

01:42.535 --> 01:46.543
verströmt keinerlei Duft,
als ob N°5 auf keinen Fall in den Schatten gestellt werden sollte.

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Die Kette

01:48.187 --> 01:51.332
Coco interpretiert sie als Gürtel,
Armbänder und Halsketten.

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Sie sind mit Leder durchflochten
oder mit Anhängern verziert.

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Karl Lagerfeld verwendet sie in Hülle und Fülle

01:56.675 --> 01:58.965
und verleiht ihnen mit
Strass und Harz einen neuen Look.

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Die geheimnisvollste Erscheinungsform:

02:01.014 --> 02:03.898
Die auf den Saum der CHANEL-Jacke
genähte Kette

02:04.018 --> 02:05.476
sorgt dafür, dass die Jacke perfekt fällt.

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Der zweifarbige Schuh

02:07.412 --> 02:10.661
Der „letzte Schliff für vollendete Eleganz“,
wie Gabrielle Chanel gerne sagt.

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Es werden zwei Farben verwendet:
Beige verlängert das Bein,

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und Schwarz lässt Flecken unsichtbar erscheinen,
der Fuß wirkt kleiner.

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In Form von Pumps,
Boots oder Sneakern

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passt sich der zweifarbige Schuh
jeder Lebenssituation an

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und verleiht der Silhouette
den letzten Schliff –

02:23.496 --> 02:26.459
und zwar bis ins
kleinste Detail.

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Die Perlen

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Sie sind Glücksbringer,
die um den Hals getragen werden.

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Gabrielle Chanel trägt zu ihren Kleidern
unzählige davon.

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In ihren Ateliers erscheint sie
stets mit ihrem leuchtenden Schutzschild,

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deren strahlendes Weiß
ihre für sie typische schwarze Kleidung unterstreicht.

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Wie ein Zauberer experimentiert Karl Lagerfeld
ausgiebig mit Perlen,

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und macht sie zum schimmernden
Erkennungsmerkmal von CHANEL.

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Tweed

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Gabrielle Chanel lässt sich vom
Duke of Westminster inspirieren,

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der den aus Schottland stammenden Tweed
auf der Jagd trägt.

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Sie macht den Stoff weicher, um zeitlose,
bequeme Kleidung für Damen zu kreieren.

02:56.717 --> 03:00.213
Mit jeder Saison wird auch der Tweed
von Karl Lagerfeld neu interpretiert.

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So entstehen mit Seide gefütterte Jacken

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mit der berühmten geflochtenen Paspel
oder lässigen Fransen.

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Die Tweedjacke kommt
nie aus der Mode.

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Ganz im Sinne von Mademoiselle:
„Die Mode vergeht, der Stil bleibt.“

