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Kapitel 15
SELBSTPORTRAIT EINES PARFUMS

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„Ich wollte ein künstliches Parfum. 

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Ja, genau, künstlich wie ein Kleid,
also angefertigt.

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Mein Handwerk ist die Couture.
Ich möchte ein Parfum,

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das eine Komposition ist“,
sagte Gabrielle Chanel.

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Aus dieser leisen Konstruktion
machte Coco ein subtiles Meisterwerk.

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Ich bin ein abstraktes Gemälde.

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Ich bin eine olfaktorische Geometrie,
deren Linien Emotionen

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und deren Flächen Erinnerungen sind.

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Eine sensible Perspektive, die
eine imaginäre Welt aus Düften rekonstruiert.

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Das Werk einer Dynastie von Meistern:

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Ernest Beaux, Henri Robert,
Jacques Polge und heute Olivier Polge.

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Ich bin eine unsichtbare Palette,
in der jede einzelne Farbe für ein Bild steht.

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Für Gabrielle war es der Wald von Compiègne,
den sie an einem einzelnen Ast erkennen konnte,

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der Duft von Sauberkeit
des Pensionats von Aubazine

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und die Blumen,
die man ihr schenkte,

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der Geruch der Hände der Person,
die sie gepflückt hatte.

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Ich bin eine geheime Inspiration,
die von einer Vorliebe für das Barocke erzählt,

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von der Leuchtkraft der Farbe Schwarz,
von Glück, von Anziehungskraft,

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von der Perspektive der Rue Cambon,

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von Misias Lachen
hinter den Kulissen eines Theaters,

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von der Faszination Venedigs,

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vom widerspenstigen Geist Cocos,

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der Kühnheit von Mademoiselle ...

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So viele Bilder, die verblassen,
wenn man mich wählt, trägt, zu eigen macht.

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„Das Gemälde lebt nur durch den,
der es betrachtet“, sagte einst Picasso.

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Ich bin wie ein imaginärer, erstaunlicher,
üppiger Strauß Blumen,

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denn ein CHANEL Parfum ist stets floral:

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Iris, Rose, Ylang-Ylang, Bergamotte,
warum nicht auch Heu oder Tabak,

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aber auch Hyazinthe, Orangenblüte,
Galbanum ...

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und immer wieder Jasmin,
wie ein Refrain.

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Ich bin eine Komposition
kostbarer, seltener,

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stets luxuriöser Inhaltsstoffe,
hergestellt von CHANEL

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mit einer Liebe zum Absoluten,
um eine Aura zu kreieren

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und jede Spur ihrer selbst aufzugeben.

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„Wenn man einen Duft trägt,
ist dies sichtbar“, bemerkt Olivier Polge.

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Ich bin, was ich bin, in einem stets schlichten,
geradlinigen Flakon,

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ganz dem von CHANEL N°5 entsprechend,
revolutionär in seiner Klarheit.

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Ein Flakon, in dem ich mich offenbare
und Ihnen ins Auge blicke.

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Ich bin eine unentschlüsselte Vielschichtigkeit,

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denn das Geheimnis, dass man nicht aufhört,
einen Duft zu lieben, bleibt bestehen.

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Ich bin ein Bewusstsein, eine Art zu gehen,
zu denken, zu träumen,

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man selbst zu sein,
der ultimative Hauch von Eleganz.

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Eine Freiheit.

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Ich bin ein CHANEL Parfum.

